Dienstag, 29. November 2011

Thanksgiving!


Vergangene Woche habe ich in Tacoma, Washington verbracht, ca.1h südlich von Seattle. Ich wurde von einem meiner Zehnkampf Freunde, Garret,  eingeladen, die Ferien bei seiner Familie zu verbringen. Dafür haben wir gemeinsam mit Garret, seiner Schwester Jessica, einem weiteren Zehnkämpfer, Harley, und Bryce einem Hindernis-/Crossläufer erst einmal eine 12 stündige Fahrt auf uns genommen. Dafür sind wir abends gegen 8 losgefahren, haben Jessica in Boise abgeholt und sind früh gegen 8 angekommen. Allerdings mit einstündiger Zeitverschiebung, da wir nun an der Westküste der USA waren.  Schlaf haben wir alle nicht viel bekommen, ich war mit 3-4 Stunden im Auto noch ziemlich gut dabei.
Dementsprechend stand am Sonntag dann auch nicht so viel an, wir haben die meiste Zeit des Tages im Haus von Garret’s Eltern verbracht, Rockband auf der Xbox und Softgun im Garten hinterm Haus gespielt.
Mangels entsprechendem Wetter, sind wir leider auch an den nächsten Tagen nicht so viel herum gekommen, allerdings haben wir immerhin ein bisschen was draußen unternehmen können, z.B. ein paar Ausdauerrunden im Regen...und ein bisschen klettern an einem Felsen.
Leider hat es die ganze Woche durchgeregnet. Washington eben. Kein Wunder, dass Stephenie Meyer ausgerechnet einen Ort in Washington für ihre Twilight Romane ausgesucht hat (für die, die damit nichts anfangen können, die Twilight-Vampire glitzern in der Sonne).

Einmal waren wir auf der Militärbasis, wo Garret's Vater arbeitet, um uns ein bisschen im Kraftraum zu betätigen und haben eine 3 Meilen Ausdauerrunde angehängt. Dort sind riesen Flugzeuge hundert Meter über unsere Köpfe geflogen um nebenan zu landen. 
Am nächsten Tag ging es dann im strömenden Regen auf eine weitere Ausdauerrunde, diesmal wesentlich hügeliger rund um einen Golfkurs am Puget Sound, aber auch schneller als am Vortag. Danach ging es zur Tacoma Narrows Bridge, wo jetzt allerdings zwei Brücken stehen. Leider hat auch hier der Regen die Ansicht nicht wirklich verschönert.
Das Spiel Heroes Escape, Kampf zwischen allerhand Fantasy Figuren,
hat uns einige Stunden in Atem gehalten.
Die meiste Zeit der Woche haben wir mit verschiedenen Spielen verbracht, Brettspiele, Mahjong :), Xbox, Computer Spiele, Softgun im Garten. Wir hatten Spaß, aber der Regen hat uns nicht wirklich nach draußen gezogen. Ich hatte mir eigentlich vorgestellt mal in den Olympic National Park zu gehen, allerdings waren das immer noch 3h Fahrt und dann dort im Regen herumzuwandern konnte niemanden überzeugen.

So ging es dann nach der Tacoma Narrows Bridge am Donnerstag dem Truthahn zu leibe. Die erste Hälfte haben wir zu Mittag erledigt mit verschiedenen Beilagen: Mais, eine Art Bohnenauflauf mit Zwiebelkruste, Süßkartoffelauflauf mit Walnusskruste (die waren süß wie gebrannte Mandeln), Kartoffelbrei, dann noch eine Art Grieß Mischung mit Gemüse, Cranberries und eine leckere Soße für den Truthahn, und noch etwas, was anscheinend keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen hat neben all dem lecker Essen! Zu Trinken stand Apfelcider oder Rotwein zur Auswahl, was beides nicht schlecht war. Zum Abendbrot, oder auch Dessert, gab's eine Auswahl von 7 Torten/Kuchen, darunter Heidelbeer, Waldbeer, Apfel, Kürbis und Süßkartoffel. Die Süßkartoffel zählt aber irgendwie nicht zu meinen Favoriten.
Nachts beim Spielen gabs dann noch ein weiteres Viertel des Truthahns und Beilagen...und die verbleibenden drei Kuchen gab es mit für uns auf die Rückfahrt.

Während ich hier schreibe, verdunstet gerade der Rest der Waldbeertorte...;)
Die Kuchen, von denen ich zwei halbe mit in meinen Kühlschrank retten konnte, haben mich am Samstag schon mal gerettet, nachdem ich mein Portemonnaie in Garret's Auto liegen gelassen hatte und die Mensa zu hatte, sodass ich mir gar kein Essen woanders hätte besorgen können!
So gab es dann nachmittags um 4 als Frühstück, Mittag und Kaffe in einem je ein Viertel der Kuchens :)
Nachdem wir nachts kurz vor 2 angekommen sind, hab ich mir mal ausschlafen gegönnt! :)

Sonntag nachmittag hab ich es dann mal geschafft auf meiner Ausdauerrunde meinen Foto mitzuschleppen und den Kenya Berg zu fotografieren, damit ihr auch mal seht wo wir hier hochgeschickt werden zum Training!
Dabei sind auch noch ein paar weitere schöne Panoramen entstanden.
Kenya Frontalansicht

Für Kenya dürfen so schnell es geht die im Bild zu sehende Rampe hinaufrennen
Blick weg vom Kenya Berg, auf dem ich hier etwa bei der Hälfte des Aufstieges bin

Andere Perspektive vom Kenya Berg
Der sogenannte Minikenya, ähnlich steil, wesentlich kürzer und meist langsamerer Aufstieg, da das in der Gruppe manchmal unser Einlaufprogramm ist.
Die Hügelkette Red Hills: die Rampe von rechts nach links oben verlaufend ist der Kenya Aufstieg
Pocatello
Red Hills mit Blick auf Pocatello
Montag ging dann die Uni wieder los, jetzt muss ich noch einen Essay fertig machen bis nächste Woche, danach stehen die Prüfungen an.

Dienstag, 15. November 2011

Panorama

Ich hab es jetzt endlich einmal geschafft, meine einzeln fotografierten Bildserien in Panoramabilder umzuwandeln. Hier seht ihr die Besten davon, sowohl von Pocatello und Umgebung als auch von der Kayak Tour auf dem Jackson Lake und dem Trip zum Yellowstone National Park.

Mal sehen wie gut die Darstellung hier auf der Seite ist, wenn es nicht so gut aussieht, kann ich die Bilder auch zum Download freigeben.

Holt Arena

Pocatello von oben




Kayaking im Grand Teton National Park









Mein aktuelles Heimstadion

Pocatello Umgebung bei Scout Mountain
 Pocatello Umgebung Buckskin

Sonntag, 13. November 2011

Twin Falls

Dieses Wochenende war ich wieder mal ein bisschen unterwegs, dieses Mal nach Twin Falls.
Die High School Football Mannschaft von Jake hat dort im Halbfinale des State-Championships gespielt und er hat Stephen und mich mitgenommen. Danach haben wir uns noch etwas in Twin Falls umgeschaut, wo ich schon länger mal hinwollte, dort gibt es landschaftlich nämlich einiges zu sehen. Dafür durfte ich auch mal wieder selbst Autofahren, weil Jake bei seinen Freunden von der High School geblieben ist, während ich mir mit Stephen die Perrine Bridge, die Shoshone Falls und den Dierkes Lake Park angeschaut habe.

Die Perrine Bridge über den Snake River Canyon war zu ihrer Erbauung 1929 die höchste Brücke der Welt und ist auch heute noch sehr imposant. Von dort wird regelmäßig Base-Jumping betrieben in den ca. 150m tiefen Snake River Canyon.

Außerdem haben wir uns die Shoshone Falls angeschaut, die 300m breit und 10m höher als die Niagara Fälle sind! Das war sehr beeindruckend und dazu gabs dann noch einen wunderschönen Sonnenuntergang!

Danach haben wir noch schnell einen Stopp beim Dierkes Lake gemacht, der gleich oberhalb der Shoshone Falls liegt und dort den Sonnenuntergang genossen!


Am Freitag abend bin ich mit Freunden Hot Tubbing gegangen (oder auch Whirlpooling) bei einem Freund zu Hause. Dort saßen wir im 35°C warmen Wasser an der 0°C kalten Luft! Das war wunderbar entspannend. Nach einer Weile war es dann aber so warm, dass wir mit mehr Körper aus dem Wasser schauen mussten...!

Nächstes Wochenende geht es dann auf einen größeren Trip. Vom 21.-25.11. sind hier Thanksgiving Ferien und es ist quasi niemand in Pocatello, sodass ich mit zwei Freunden aus dem Leichtathletik Team nach Tacoma (bei Seattle) fahre, wo die Familie von Garrett wohnt. Das wird bestimmt ne schöne Zeit. Vielleicht seh ich ein bisschen was von Seattle und auch den Olympic Nationalpark.

Bis Bald!
Christoph

Sonntag, 6. November 2011

Schnee...kurz nach Halloween

Nach zwei Wochen ohne herumreisen gibts mal wieder das neueste aus den Staaten.

Nach dem Oktoberfest ging das Training in die nächsthärtere Phase, von der nun schon 2 Wochen überstanden sind mit vielen 300m Läufen, Mini - Ausdauerrunden (6x ca. 600m auf Rasen mit anschließenden Berganläufen) und mehreren längeren Läufen, aber auch Sprungkraftkreisen.
Mittwoch stand zum zweiten (und letzten) Mal der Kenya Lauf an: 200-300m lang, 80-100m hoch....und das so schnell wie's geht. Ich konnte meine Bestzeit um 17s auf 1:56min verbessern, musste danach allerdings 2 Tage lang husten. So tief hatte ich anscheinend lang nicht mehr durchgeatmet und das bei 7°C draußen! Fast alle Leichtathleten klagten danach über den Kenya - Husten...
Mit meiner Zeit war ich dieses Mal ziemlich gut dabei, auf Platz 7 von ca. 50 Läufern!

Ich versuche euch mal den Lauf zu beschreiben:
Der Start fühlt sich ziemlich gut an, jeder versucht so schnell wie möglich den sich um Büsche windenden Pfad hinaufzurennen. Ab etwa der Mitte der Strecke fällt das Rennen schwerer, die ersten fangen an zu gehen. Das Problem ist, der Hang wird von Meter zu Meter steiler, die Oberschenkel fangen an zu brennen, jetzt wird versucht mit den Händen die Oberschenkel zu unterstützen. Um die Läufer aufzubauen, geht der Untergrund von anfänglichem Buschwerk und Flechten dann über in Sand, sodass man auch noch rutscht. Falls man es über den nächsten Felsen schafft (meist unter Einsatz des Vierfüßlergangs), und einmal aufblickt, kann man dann aber neuen Mut schöpfen, der Gipfel ist nur noch ca. 40m entfernt! Leider aber der Hang genauso steil, während teilweise Geröll das Laufen nicht einfacher macht. Und auch zum Aufblicken muss man sich zwingen, erscheint es doch viel verlockender einfach weiter zu krabbeln...Am letzten Kegel vor dem Ziel dringen dann das erste Mal wieder Anfeuerungsrufe bis zum Gehirn vor, 1:45min tickt die aktuelle Zeit, das Ziel unter 2min zu bleiben treibt mich an. Noch 15m über Steinblöcke laufen, mit viel Ehrgeiz schaffe ich es sogar wieder meine Füße leicht vom Boden abzuheben und in einen nunja...sagen wir annäherungsweisen Laufschritt überzugehen und mit letzter Kraft das Ziel zu erreichen. Ziel durchqueren kann man nicht sagen, weil niemand sich freiwillig einen Meter weiter bewegt, als bis zur Ziellinie! Die Ziellinie hab ich erst wieder freigemacht, als der nächste Läufer ankam und meine Muskeln wieder etwas Sauerstoff abbekommen hatten!

Auf dem Gipfel sind dann alle erst einmal für eine Weile wie Zombies rumgelaufen, die Oberschenkel sind nach Kenya einfach breit! Der Abstieg ist auch nicht unbedingt das tollste, da doch die Oberschenkel schon wieder arbeiten müssen, diesmal aber um zu bremsen.

Vergangenes Wochenende war in Pocatello eine Ski - Börse. Für 2 Dollar Eintritt (oder 10$ wenn man eher rein wollte) gabs dort allerhand günstiges Skimaterial und auch Skikleidung zu erwerben. Ich bin überraschenderweise über ein paar sehr günstige Ski für 99$ gestolpert...und als es dazu dann auch noch noch günstigere Stiefel und Stöcke gab, konnte ich dem Angebot nicht mehr widerstehen und hab mich entschlossen, diesen Winter auf jeden Fall Skifahren zu gehen! Für umgerechnet 125 € eine komplette (noch unbenutzte, bis auf die Stöcken) Skiausrüstung zu bekommen, hätte ich nicht erwartet, also hab ich zugeschlagen und warte jetzt auf die ersten größeren Schneemengen! :)
Eine Skihose und Mütze hab ich auch noch gefunden, sodass die Rechnung dann nicht mehr so überzeugend aussah, aber die Skihose hätte ich in jedem Fall gebraucht, wenn ich hier im Winter mal irgendwo durch den Tiefschnee hupfen will!

Und siehe da, nicht eine Woche später fällt schon der erste Schnee. Freitag Nachmittag ging das Schneegestöber los und brachte uns erstmal 3-4cm Neuschnee, der gleich in einen Schneemann umgewandelt wurde. Die Temperaturen waren ja schon länger (zumindest nachts) im Schneefallbereich, nun kam auch mal die in Idaho oft mangelnde Feuchtigkeit dazu.





Aufgrund der Temperaturen von bis zu -10°C nachts haben sich vergangene Woche auch die letzten Blätter an den Laubbäumen verabschiedet. Das ging von einem Tag auf den anderen. Als ich nach der kältesten Nacht früh um 9 zur Uni gegangen bin, leuchteten die Bäume vor dem Rendezvous-Building in allen Farben, als ich jedoch gegen 13 Uhr wiederkam, gab es nur noch einen großen Laubhaufen und nun leider farblose Bäume zu sehen.

Vergangenen Montag war auch Halloween in den USA, da waren wirklich 80% der Leute verkleidet, das würde in Deutschland nicht mal zum Fasching passieren...!
Auf der Leichtathletik Halloween Party hab ich auch ein paar schöne Kostüme angetroffen, ich selbst war als Stormtrouper aus Star Wars verkleidet und hab gemeinsam mit Jacob und Cade eine Gruppen"Performance" gemacht.
Trunk or Treat mit dem Leichtathletik Team
Einmarsch von Darth Vader mit seinen Stormtroupern

Ghostbuster, Id-a-hoe, und Bee-Alarm
Derek, Tiffany, Clint und Sam
kleines Kätzchen Trevor
Stormtrouper in meinem Zimmer
Diese Woche stand die Kurswahl für das kommende Semester an. Als Sportler hat man hier prioritäre Kurswahl eine Woche vor dem Rest und man bekommt auch einen Credit (entspricht einer Wochenstunde, ist zwar nicht wirklich viel aber besser als nix!) dafür. Nächstes Semester hab ich dann also drei Informatik Kurse (ein bisschen in die Richtung Internet Programmierung mit Web Development und Netzwerksystemen), einen Geschichtskurs (Amerikanische Geschichte und Kultur) und einen Leichtathletik Coaching Kurs mit meinem Chefcoach Dave Nielsen. Das witzige daran ist, dass wir dafür wahrscheinlich ein DDR Trainingsbuch verwenden, hat er mir erzählt! ;)

Soweit das neueste aus dem Amiland! Bis zum nächsten Mal!

Christoph